«Was kostet die Spitex?» ist die häufigste Frage im Erstgespräch, und sie lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten. Die Pflegefinanzierung verteilt die Kosten seit 2011 auf drei Träger, und nur einer davon sind Sie. Dieser Beitrag zeigt die Aufteilung an konkreten Zahlen für den Kanton Zürich.
Das Wichtigste in Kürze
- Ihre Beteiligung an pflegerischen Leistungen: 7.65 Franken pro Pflegetag, unabhängig vom Umfang
- Unter 18 Jahren: keine Beteiligung
- Die Krankenkasse zahlt fixe Stundenbeiträge zwischen 52.60 und 76.90 Franken
- Die Restkosten trägt Ihre Wohnsitzgemeinde, nicht der Kanton
- Hauswirtschaft und Betreuung zahlen Sie vollständig selbst
Was kostet die Spitex im Kanton Zürich?
Für pflegerische Spitex-Leistungen zahlen Sie im Kanton Zürich 7.65 Franken pro Pflegetag, bei täglicher Pflege also 229.50 Franken im Monat (Stand August 2026). Den grössten Teil finanzieren Krankenkasse und Wohnsitzgemeinde. Hauswirtschaft und Betreuung zahlt die Krankenkasse nicht. Je nach Situation helfen Ergänzungsleistungen, die Gemeinde oder eine Zusatzversicherung. Ihr Tagesbeitrag ändert sich nicht mit der Zahl der Pflegestunden. Die Krankenkasse zahlt pro Stunde fixe Beiträge nach Art. 7a der Krankenpflege-Leistungsverordnung: 76.90 Franken für Abklärung und Beratung, 63.00 Franken für Behandlungspflege, 52.60 Franken für Grundpflege. Die Restkosten trägt nach dem Pflegegesetz des Kantons Zürich Ihre Wohnsitzgemeinde, sie zahlt ihren Anteil direkt an die Spitex-Organisation. Personen unter 18 Jahren zahlen keine Patientenbeteiligung. Dazu kommen Franchise und Selbstbehalt Ihrer Krankenversicherung. Für Einkaufen, Kochen, Putzen oder Begleitung zahlt die Grundversicherung nichts. Die Tarife dafür legt jede Organisation selbst fest, einen kantonalen Einheitstarif gibt es nicht. Lassen Sie sich deshalb Pflege und Hauswirtschaft getrennt offerieren.
Wer welchen Anteil trägt
Seit der Neuordnung der Pflegefinanzierung 2011 gilt schweizweit dasselbe Grundmuster.
Die Krankenkasse zahlt einen fixen Beitrag pro Stunde, gestaffelt nach Leistungsart: 76.90 Franken für Abklärung und Beratung, 63.00 Franken für Behandlungspflege, 52.60 Franken für Grundpflege. Abgerechnet wird in Fünf-Minuten-Einheiten, mindestens zehn Minuten.
Sie selbst beteiligen sich mit einem Tagesbeitrag. Das Gesetz erlaubt bis zu 20 Prozent des höchsten Kassenbeitrags, also maximal 15.35 Franken pro Tag. Der Kanton Zürich schöpft das nicht aus und setzt 10 Prozent an: 7.65 Franken.
Ihre Wohnsitzgemeinde trägt die Restkosten. Im Kanton Zürich liegt die Versorgungsverantwortung bei den Gemeinden, nicht beim Kanton; die zivilrechtliche Wohngemeinde entrichtet ihren Anteil direkt an den Leistungserbringer.
Ein Monat mit täglicher Grundpflege
- Pflegetage im Monat
- 30
- Ihre Beteiligung pro Tag
- CHF 7.65
- Zusätzlich: hauswirtschaftliche Leistungen
- je nach Anbieter und Umfang
- Zusätzlich: Franchise und Selbstbehalt
- nach Ihrem Versicherungsmodell
- Ihre Kosten für die Pflege im Monat
- CHF 229.50
Der Betrag ändert sich nicht mit der Anzahl Pflegestunden pro Tag. Ob eine halbe Stunde oder drei Stunden Grundpflege anfallen: Die Patientenbeteiligung bleibt bei 7.65 Franken pro Tag.
Kantonaler Geltungsbereich
Die Patientenbeteiligung von 7.65 Franken und die Zuständigkeit der Wohngemeinde für die Restkosten gelten für den Kanton Zürich nach kantonalem Pflegegesetz, Stand August 2026. In anderen Kantonen liegt die Beteiligung teils höher, bis zum gesetzlichen Maximum von 15.35 Franken.
Zahlt die Krankenkasse Haushaltshilfe und Betreuung?
Nein, die Grundversicherung zahlt keine Beiträge an Haushaltshilfe und Betreuung. Je nach Situation lassen sich diese Leistungen aber über andere Quellen finanzieren, etwa über Ergänzungsleistungen, die Gemeinde oder eine Zusatzversicherung. Was die Krankenkasse übernimmt, steht abschliessend in Art. 7 der Krankenpflege-Leistungsverordnung: Abklärung, Behandlungspflege und Grundpflege. Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen, Begleitung und Gesellschaft gehören nicht dazu. Im Kanton Zürich können Gemeinden hauswirtschaftliche und betreuerische Leistungen mitfinanzieren, wenn sie für den Alltag nötig sind und die Spitex-Organisation einen Auftrag der Gemeinde hat. Manche Zusatzversicherungen beteiligen sich ganz oder teilweise. Wer im Alltag dauernd auf Hilfe angewiesen ist, hat womöglich Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der AHV. Sie beträgt nach Merkblatt 3.01 (Stand 1. Januar 2026) 252, 630 oder 1'008 Franken pro Monat, je nach Grad. Diese Leistungen müssen separat beantragt werden. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss Ihre Police und fragen Sie bei der Gemeinde nach.
Praktischer Rat: Lassen Sie sich Pflege und Hauswirtschaft getrennt offerieren. Das Pflegegesetz verlangt ohnehin, dass Spitex-Organisationen ihre Kosten nach Leistungskategorie, Patientenbeteiligung und Anteil der öffentlichen Hand getrennt ausweisen. Eine Rechnung, die das nicht tut, dürfen Sie beanstanden.
Ist private Spitex teurer als die Gemeindespitex?
Für Pflegeleistungen nach Krankenversicherungsgesetz nein. Krankenkassenbeiträge und Patientenbeteiligung sind bei privaten und gemeinnützigen Spitex-Organisationen gleich, sofern beide kantonal zugelassen sind. Die Kassenbeiträge legt der Bund in Art. 7a der Krankenpflege-Leistungsverordnung fest, zum Beispiel 52.60 Franken pro Stunde Grundpflege. Ihre Patientenbeteiligung beträgt im Kanton Zürich bei jeder zugelassenen Organisation 7.65 Franken pro Pflegetag (Stand August 2026). Ein Unterschied besteht bei der Restfinanzierung durch die Gemeinde. Hat eine Organisation eine Leistungsvereinbarung mit Ihrer Wohnsitzgemeinde, rechnet sie die Restkosten direkt ab. Ohne Leistungsvereinbarung ist der Gemeindebeitrag auf das kantonale Normdefizit begrenzt. Eine Unterdeckung geht dann zulasten der Organisation, nicht zu Ihren Lasten. Preisunterschiede gibt es bei Hauswirtschaft und Betreuung, weil diese Tarife frei festgelegt werden. Fragen Sie jede Anbieterin ausdrücklich, ob Ihnen für pflegerische Leistungen über die Patientenbeteiligung hinaus etwas verrechnet wird. Die Antwort sollte nein lauten und schriftlich vorliegen.
Wenn es finanziell nicht reicht
Neben der Pflegefinanzierung gibt es weitere Instrumente: Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, die Hilflosenentschädigung sowie Betreuungsgutschriften der AHV für Angehörige. Diese Leistungen sind nicht Teil der Krankenversicherung und müssen separat beantragt werden. Die Hilflosenentschädigung darf neben den Pflegebeiträgen der Krankenkasse bezogen werden.
Wir rechnen Ihre Situation mit Ihnen durch
Das erste Gespräch ist kostenfrei und unverbindlich, mit den Zahlen Ihrer Gemeinde.
Häufige Fragen
Zahle ich die Beteiligung auch an Tagen ohne Einsatz?
Nein. Die 7.65 Franken fallen nur an Tagen an, an denen Sie pflegerische Leistungen beziehen.
Muss ich zuerst zum Arzt?
Für Grundpflege sowie Abklärung und Beratung nicht. Behandlungspflege setzt eine ärztliche Anordnung voraus.
Wer entscheidet über den Umfang?
Eine diplomierte Pflegefachperson ermittelt den Bedarf gemeinsam mit Ihnen oder Ihren Angehörigen und hält ihn auf einem einheitlichen Formular fest.
Zahlt meine Gemeinde auch, wenn ich vorübergehend woanders wohne?
Zuständig ist die zivilrechtliche Wohngemeinde. Bei Aufenthalten ausserhalb gelten Sonderregeln; klären Sie das vorher mit Ihrer Gemeinde.



