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Studiomikrofon, Tageszeitung und Kaffeetasse auf einem Holztisch im Morgenlicht – PRICA in den Medien

Radio und Fernsehen SRF 1 · 1. Oktober 2026

PRICA in den Medien:
Angehörigenpflege in der Kritik

Bezahlte Angehörigenpflege steht in der Kritik, und das Parlament will strengere Regeln. Unser Geschäftsführer Pascal Grigolia hat sich im SRF «Forum» der Diskussion gestellt. Hier sehen Sie die ganze Sendung, das Wichtigste daraus und unsere Antworten auf die Kritik.

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· Radio und Fernsehen SRF 1

Pflege durch Angehörige: Helfen neue Regeln gegen hohe Kosten?

Immer mehr Menschen lassen sich für die Pflege ihrer Angehörigen anstellen. Private Spitex-Firmen stehen in der Kritik, das Parlament fordert strengere Regeln. Eine Stunde Live-Debatte mit Anrufen aus dem Publikum.

Pascal Grigolia
Geschäftsführer PRICA Pflege Schweiz AG
Thomas Rechsteiner
Nationalrat Die Mitte, Kanton Appenzell Innerrhoden

Das Wichtigste aus der Sendung

  1. 02:54

    Den pauschalen Vorwurf, private Spitex-Firmen trieben die Prämien in die Höhe, hält Pascal Grigolia für unfair. Eine klare Definition, wer als pflegende Angehörige gilt, sei aber nötig.

  2. 04:04

    Verwandt sein muss niemand, auch eine Nachbarin kann angestellt werden. Wer den Pflegehelferkurs nicht innert zwölf Monaten abschliesst, verliert die Finanzierung.

  3. 07:35

    Wer sich anstellen lässt, ist mindestens 18, spricht Deutsch auf Niveau B1 und kann digital dokumentieren. Den Bedarf klärt eine diplomierte Pflegefachperson ab. Bezahlt wird nur, was wirtschaftlich, zweckmässig und wirksam ist.

  4. 19:36

    PRICA zahlt pflegenden Angehörigen rund CHF 35 pro Stunde. Wie viele Stunden die Krankenkasse anerkennt, hängt davon ab, wie sorgfältig der Bedarf abgeklärt wird.

  5. 20:32

    Die Differenz zum Kassenbeitrag deckt Sozialabgaben, die Pflegefachpersonen, die jede Familie begleiten, Ausbildung, Leitung und Administration. Nach seiner Rechnung arbeitet eine Organisation erst ab rund 100 begleiteten Familien kostendeckend.

  6. 24:08

    Im Kanton Zürich zahlt die Gemeinde für Angehörigenpflege knapp CHF 15 pro Stunde, für einen Einsatz der öffentlichen Spitex rund CHF 94. Fällt die Angehörigenpflege weg, wird es für die öffentliche Hand teurer.

  7. 40:00

    Nach der Ausbildung leisten angestellte Angehörige dieselbe Grundpflege wie andere Spitex-Mitarbeitende. Sie dann tiefer zu entlöhnen, wäre aus seiner Sicht diskriminierend.

  8. 51:59

    Heute pflegen rund 43'000 Fachkräfte etwa 450'000 Menschen. Der Bedarf wächst bis 2050 stark. Ohne pflegende Angehörige bliebe ein grosser Teil der Menschen unversorgt, schätzt Pascal Grigolia.

Worum es in der Debatte geht

Seit einem Urteil des Bundesgerichts von 2019 können sich Angehörige für die Grundpflege bei einer Spitex anstellen lassen. Laut SRF nutzen heute über 15'000 Menschen dieses Modell, die Kosten schätzt SRF auf rund 350 Millionen Franken im Jahr. Der Vorteil: Weniger Menschen müssen ins Heim. Die Kritik richtet sich vor allem gegen private Anbieter, die mehr abrechnen, als sie den Angehörigen als Lohn auszahlen.

Nationalrat Thomas Rechsteiner hält die Kosten der Angehörigenpflege für tiefer als bei der öffentlichen Spitex: keine Anfahrt, weniger Infrastruktur, weniger Einsatzplanung. Er schlägt tiefere Tarife vor, etwa im ersten Jahr oder je nach Alter der Pflegenden, kritisiert Werbung für das Modell und wünscht sich eine schweizweit einheitliche Restfinanzierung. Beide Gäste sind sich einig, dass pflegende Angehörige unverzichtbar sind und Missbrauch gestoppt werden muss.

Mehrere Vorstösse hat das Parlament angenommen: Qualitäts- und Ausbildungsstandards, tiefere Tarife für Angehörige, eine klare Abgrenzung der Grundpflege und strengere Zulassungen durch die Kantone. Jetzt ist der Bundesrat am Zug. Ob es dafür eine Gesetzesänderung braucht oder eine Verordnung genügt, ist offen.

In der Sendung meldet sich auch eine Frau aus dem Kanton Zürich, die ihren Mann pflegt und zu PRICA gewechselt hat. Sie erzählt, dass sich ihre Pflegefachfrau jede Woche meldet und nach jedem Spitalaufenthalt nachfragt.

Fragen zur Kritik an der Angehörigenpflege

Verdienen private Spitex-Firmen zu viel an pflegenden Angehörigen?

Für eine Stunde Grundpflege zahlen Krankenkasse, Kanton und Gemeinde je nach Kanton zusammen rund CHF 70. PRICA zahlt pflegenden Angehörigen im Durchschnitt CHF 35 pro Stunde. Vom Rest gehen Sozialabgaben ab, die diplomierten Pflegefachpersonen, die jede Familie begleiten, Ausbildung, Leitung, Administration und der Aufwand für die Prüfungen der Krankenkassen. Kostendeckend arbeitet eine Organisation nach unserer Rechnung erst ab rund 100 begleiteten Familien.

Was hat das Parlament beschlossen?

National- und Ständerat haben mehrere Motionen angenommen. Gefordert werden verbindliche Qualitäts- und Ausbildungsstandards, tiefere Tarife für die Pflege durch Angehörige, eine klare Definition der Grundpflege und strengere Zulassungen privater Spitex-Organisationen durch die Kantone. Der Bundesrat muss nun Vorschläge ausarbeiten.

Ändert sich für Familien, die heute angestellt sind, schon etwas?

Bisher nicht. Bis der Bundesrat Vorschläge vorlegt und diese beschlossen sind, gelten die heutigen Regeln. Wer Fragen zur eigenen Anstellung hat, kann uns jederzeit anrufen.

Wer kontrolliert, ob die Pflege stimmt?

Eine diplomierte Pflegefachperson klärt den Bedarf nach einem festen Leistungskatalog ab, mit Minutenwerten je Verrichtung. Sie besucht die Familie mindestens einmal im Monat vor Ort, im Kanton Zürich kommt alle zwei Wochen ein Telefonat dazu. Jede Pflege wird dokumentiert, und die Krankenkassen können jeden Fall prüfen und alle Unterlagen verlangen. Pflegende Angehörige schliessen innert zwölf Monaten den Pflegehelferkurs ab.

Warum braucht es bezahlte Angehörigenpflege?

In der Schweiz fehlen Pflegefachkräfte, und die Zahl pflegebedürftiger Menschen wächst. Pflegende Angehörige leisten einen grossen Teil der Pflege zu Hause und verhindern Heimeintritte. Die Anstellung sichert sie ab: mit Lohn, Sozialversicherungen und fachlicher Begleitung.

Wird auch Betreuung bezahlt?

Über die Krankenkasse nur die Grundpflege, also Hilfe beim Waschen, Anziehen, Essen oder beim Toilettengang. Begleitung zum Arzt oder Aufsicht bei Demenz zahlt sie nicht. Dafür kommen je nach Situation Ergänzungsleistungen oder die Hilflosenentschädigung infrage. Wir prüfen das mit Ihnen.

Für Medienschaffende

Sie recherchieren zur Pflege zu Hause oder zur Anstellung pflegender Angehöriger? Wir geben Auskunft und vermitteln auf Wunsch den Kontakt zu Familien, die einverstanden sind.

  • Medienkontakt

    Pascal Grigolia, Geschäftsführer

    PRICA Pflege Schweiz AG Freihofstrasse 22, 8700 Küsnacht Telefon 044 521 11 13 E-Mail pflege@prica.ch

  • PRICA in Kürze

    Private Spitex mit Angehörigenpflege

    • Kassenanerkannte private Spitex-Organisation
    • Tätig in den Kantonen Zürich, Bern und Aargau
    • Spitex, Angehörigenpflege, Pflegeberatung und 24-Stunden-Pflege
    • Im Tandem mit Gemeindespitexen, nicht gegen sie

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