Hinter jedem Pflegebedarf steht ein Mensch
Herr V. war sein Leben lang Damenschneider. Er hat mit den Augen und mit den Händen gearbeitet. Heute sieht er nur noch Umrisse. Lesen, Fernsehen und sein Handwerk gehen nicht mehr, und das macht ihm zu schaffen. Nach mehreren Rückenoperationen hat er chronische Schmerzen. Er geht mit dem Rollator und braucht dabei Begleitung.
Seine Frau ist 78 Jahre alt und für ihn da, jeden Tag und fast rund um die Uhr. Die Tochter ist berufstätig und kümmert sich um die Arzttermine, die Unterlagen und die Organisation. Die Familie hält zusammen. Trotzdem war schnell klar, dass sie auf Dauer mehr Unterstützung braucht.
Zuhören, bevor wir planen
Am Anfang stand ein Gespräch am Küchentisch. Uns interessierte nicht nur, welche Pflege Herr V. braucht. Wir wollten wissen, was ihn belastet, was ihm wichtig ist, wie viel seine Frau noch tragen kann und wo die Familie im Alltag an ihre Grenzen kommt.
Aus diesem Gespräch haben wir mit dem Arzt die Verordnung erstellt. Die Beratung ging aber weiter als die Pflege. Wir haben auch über Sozialversicherungen, Zusatzversicherungen, den Haushalt und die Planung für später gesprochen. Das verstehen wir unter individueller Pflegeberatung.
Pflege durch die Ehefrau, anerkannt und entlöhnt
Seit Januar 2026 ist Frau V. bei PRICA als pflegende Angehörige angestellt. Ihre Pflege wird damit als Arbeit anerkannt und bezahlt, und sie ist sozialversichert. Wir besuchen die Familie jeden Monat zu Hause. Wir sehen nach, wie es Herrn V. geht, beraten die Angehörigen und passen die Planung an, wenn sich etwas verändert.
Wir planen auch die nächsten Jahre. Die Tochter wird die Rolle der pflegenden Angehörigen später übernehmen und dafür den Zertifikatskurs besuchen. So wird die Mutter entlastet, und die Familie ist vorbereitet, falls sich ihre Situation verändert.
Anträge: Wir übernehmen den Papierkram
Formulare, Nachweise, Fristen und Rückfragen von Ämtern und Versicherungen: Für viele Familien ist das eine zusätzliche Last, gerade wenn die Pflege schon den ganzen Alltag füllt. Oft fehlt die Kraft dafür, und ein Antrag wird gar nicht erst gestellt.
Bei Familie V. haben wir die Anträge übernommen. Wir haben die nötigen Unterlagen zusammengestellt, die Formulare ausgefüllt, mit Ämtern und Versicherungen gesprochen und Rückfragen beantwortet. Die Familie musste nur noch unterschreiben und wusste immer, wie weit ihre Anträge sind.
Hilflosenentschädigung: richtig eingestuft
Viele Familien beantragen keine Hilflosenentschädigung, obwohl sie Anspruch hätten. Oder die Hilflosigkeit wird zu tief eingestuft. Wie hoch die Entschädigung ist, hängt davon ab, wie stark jemand im Alltag auf Hilfe angewiesen ist. Deshalb muss der Bedarf vollständig und nachvollziehbar beschrieben sein.
Unsere Mitarbeiterin Selina Gette hat den Antrag für die Familie vorbereitet und den Pflegealltag genau beschrieben. Die Ausgleichskasse hat die Hilflosigkeit von Herrn V. als schwer eingestuft, rückwirkend ab Januar 2025. Die Familie erhält jetzt jeden Monat eine Entschädigung und hat eine Nachzahlung von über 17'000 Franken bekommen.
Diese Entschädigung ist kein Lohn und wird nicht versteuert. Sie ist für Kosten gedacht, die wegen der Pflege anfallen, zum Beispiel Taxifahrten zum Arzt oder Hilfsmittel.
Entlastung im Haushalt
Wer rund um die Uhr pflegt, hat kaum noch Zeit und Kraft für Einkäufe, Wäsche und Putzen. Viele Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten für Hilfe bei der Haushaltsführung, wenn eine ärztliche Verordnung und eine fachliche Abklärung vorliegen. Viele Familien wissen das nicht.
Wir haben bei der Zusatzversicherung abgeklärt, welche Leistungen für Herrn und Frau V. versichert sind, und die Hilfe bei der Haushaltsführung organisiert. Frau V. hat jetzt im Haushalt regelmässig Unterstützung und mehr Zeit für ihren Mann und für sich selbst. Das Ehepaar lebt weiter in einer gepflegten Wohnung.
Was sich verändert hat
Herr V. lebt weiter in seiner Wohnung, bei seiner Frau. Frau V. erhält einen Lohn für ihre Pflege und hat im Haushalt Hilfe. Die Tochter muss sich nicht mehr allein um Anträge und Formulare kümmern und hat bei PRICA eine feste Ansprechperson. Die Familie kann auch finanziell wieder planen. Im nächsten Schritt prüfen wir für sie, ob sie Anspruch auf Ergänzungsleistungen hat.
Gute Pflege zu Hause hängt nicht an einer einzelnen Leistung. Sie gelingt, wenn wir den Menschen und sein ganzes Umfeld sehen.
PRICA hat nicht nur auf die Pflege geschaut, sondern auf unsere ganze Familie. Heute kann mein Vater zu Hause bleiben, und meine Mutter hat wieder Luft zum Atmen.
Gut zu wissen
- Pflegende Angehörige können sich unter bestimmten Voraussetzungen bei einer Spitex-Organisation wie PRICA anstellen lassen und erhalten einen Lohn für ihre Pflegearbeit.
- Die Hilflosenentschädigung der AHV kann erhalten, wer dauerhaft auf Hilfe im Alltag angewiesen ist. Für die richtige Einstufung muss der Bedarf vollständig beschrieben sein.
- Viele Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten für Hilfe bei der Haushaltsführung. Dafür braucht es eine ärztliche Verordnung und eine fachliche Abklärung.
- Wir bereiten Anträge vor und begleiten sie bis zum Entscheid. So bleibt der Familie mehr Zeit für das, was zählt.
Sie pflegen jemanden zu Hause?
Wir beraten Sie gern und prüfen, welche Leistungen Ihrer Familie zustehen.




