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Finanzierung und Krankenkasse

Pflegeheim oder Pflege zu Hause: was kostet was?

PRICA Redaktion· Veröffentlicht · 5 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Ein Pflegeheim kostet im Schnitt rund CHF 360 pro Tag, etwa CHF 10'900 im Monat (2024). Die Krankenkasse zahlt nur einen Teil der Pflege, Pension und Betreuung tragen die Bewohnenden. Bei leichtem bis mittlerem Pflegebedarf ist Pflege zu Hause meist günstiger, muss ständig jemand da sein, oft das Heim.

Inhalt
  1. Was kostet ein Pflegeheim in der Schweiz?
  2. Wer zahlt das Pflegeheim?
  3. Wie viel Vermögen darf man behalten?
  4. Was kostet die Pflege zu Hause?
  5. Ab wann ist ein Pflegeheim günstiger?
Betagte Mutter und erwachsene Tochter vergleichen am Küchentisch die Kosten von Pflegeheim und Pflege zu Hause

Der Vater stürzt zum zweiten Mal, die Nächte werden unruhig, und irgendwann fällt am Küchentisch die Frage: Heim oder weiter zu Hause? Neben allem anderen geht es dabei ums Geld. Dieser Ratgeber zeigt, was ein Pflegeheim kostet, wer welchen Teil bezahlt und was zu Hause anfällt. Und wir sagen Ihnen offen, wann ein Heim die günstigere Lösung ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heim: durchschnittlich rund CHF 360 pro Tag, etwa CHF 10'900 im Monat (2024)
  • Sie zahlen Pension und Betreuung, an die Pflege höchstens CHF 23.00 pro Tag
  • Rund 60 Prozent der Heimbewohnenden erhalten Ergänzungsleistungen
  • Zu Hause zahlt die Krankenkasse nur die Pflege, Betreuung und Präsenz nicht
  • Eine feste Grenze, ab der das Heim günstiger ist, gibt es nicht

Was kostet ein Pflegeheim in der Schweiz?

Laut CURAVIVA kostete ein Pflegetag in einem Schweizer Pflegeheim 2024 im Durchschnitt CHF 362.52, also rund CHF 10'900 im Monat. Das Bundesamt für Statistik kommt mit einer etwas anderen Berechnung auf CHF 351 pro Tag. Je nach Heim, Zimmer und Region liegen die Kosten deutlich darüber oder darunter.

Woraus sich ein Heimtag zusammensetzt (Durchschnitt Schweiz 2024)
Kostenblockpro TagWer bezahlt
Pension (Zimmer, Essen, Reinigung)CHF 147.55Bewoh­nende, bei Bedarf mit Ergänzungs­leistungen
BetreuungCHF 51.22Bewoh­nende, bei Bedarf mit Ergänzungs­leistungen
PflegeCHF 158.44Kranken­kasse nach Stufe, Bewoh­nende höchstens CHF 23.00, Rest Gemeinde oder Kanton
Übrige (Arzt, Medi­kamente, Therapien)CHF 5.31Kranken­kasse, mit Franchise und Selbst­behalt

Wer zahlt das Pflegeheim?

Die Pflege teilen sich drei Stellen. Die Krankenkasse zahlt je nach Pflegestufe CHF 9.60 bis 115.20 pro Tag. Die Bewohnerin zahlt höchstens CHF 23.00 pro Tag dazu. Den Rest übernehmen im Kanton Zürich und im Aargau die Gemeinden, im Kanton Bern laut der Sozialberatung der Spitäler fmi der Kanton.

Pension und Betreuung bezahlen die Bewohnenden selbst, aus Rente und Vermögen. Reicht das nicht, kommen die Ergänzungsleistungen dazu. Laut CURAVIVA ist das bei rund 60 Prozent der Heimbewohnenden der Fall. Wie die Pflegestufen funktionieren, erklärt der Ratgeber Pflegestufen in der Schweiz.

Wie viel Vermögen darf man behalten?

Ergänzungsleistungen gibt es nur, wenn das Vermögen höchstens CHF 100'000 beträgt, bei Ehepaaren CHF 200'000. CHF 30'000 bleiben unangetastet, bei Ehepaaren CHF 50'000. Vom Rest wird im Heim je nach Kanton bis zu einem Fünftel pro Jahr als Einkommen angerechnet. Zieht ein Ehepartner ins Heim und der andere wohnt weiter im eigenen Haus, gilt für das Haus ein Freibetrag von CHF 300'000.

Für Ergänzungsleistungen ab 2021 müssen die Erben den Teil des Nachlasses zurückzahlen, der CHF 40'000 übersteigt (Merkblatt 5.01, Stand 1. Januar 2025).

Was kostet die Pflege zu Hause?

Zu Hause zahlt die Krankenkasse pro Stunde Pflege einen festen Beitrag, für Grundpflege CHF 52.60. Ihr Anteil ist die Patientenbeteiligung: im Kanton Zürich CHF 7.65 pro Tag mit Einsatz, in Bern und im Aargau höchstens CHF 15.35 (Stand August 2026). Dazu kommen Franchise und Selbstbehalt.

Betreuung, Haushaltshilfe und Präsenz zahlt die Krankenkasse nicht. Hier helfen die Ergänzungsleistungen: Zu Hause vergüten sie Krankheits- und Behinderungskosten bis CHF 25'000 im Jahr (Ehepaare CHF 50'000), mit einer mittleren oder schweren Hilflosenentschädigung der IV bis CHF 60'000 oder 90'000. Auch Gemeinde oder Zusatzversicherung können einen Teil tragen.

Übernehmen Angehörige die Grundpflege, kann eine Spitex sie anstellen. PRICA zahlt im Durchschnitt CHF 35 pro Stunde. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Pflegende Angehörige anstellen.

Ab wann ist ein Pflegeheim günstiger?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Eine Studie von Büro BASS im Auftrag des Spitex Verbands fand 2011 einen Überschneidungsbereich: Bei etwa einer bis zwei Stunden Pflege pro Tag kann je nach Lage das eine oder das andere günstiger sein. Darunter ist die Pflege zu Hause meist günstiger, darüber oft das Heim. Die Studie ist allerdings älter und vom Spitex Verband in Auftrag gegeben.

Entscheidend ist meist nicht die Pflege, sondern die Präsenz. Braucht Ihr Vater Tag und Nacht jemanden in der Nähe, ist das Heim oft die günstigere Lösung. Das sagen wir Familien offen. Lebt ein Ehepartner im Haushalt oder übernehmen Angehörige einen Teil der Pflege, rechnet sich das Zuhause deutlich länger.

Wie wir eine Betreuung Tag und Nacht im Team organisieren, steht auf der Seite 24-Stunden-Pflege zu Hause.

Müssen Kinder für die Pflege der Eltern zahlen?

Nur unter bestimmten Bedingungen. Nach dem Zivilgesetzbuch (Art. 328) müssen Kinder ihre Eltern unterstützen, wenn sie selbst in günstigen Verhältnissen leben und die Eltern sonst in Not gerieten. Geschwister untereinander sind nicht unterstützungspflichtig. Bei den Ergänzungsleistungen spielt das keine Rolle: Sie sind ein eigener Anspruch und keine Sozialhilfe. Wichtig wird die Frage vor allem, wenn Sozialhilfe nötig wird.

Heim oder zu Hause: wir rechnen es mit Ihnen durch

In der Pflegeberatung vergleichen wir beide Wege für Ihre Lage, mit allen Beiträgen, die Ihnen zustehen. Das erste Gespräch ist kostenfrei.

Häufige Fragen zu Heimkosten

Was kostet ein Pflegeheim pro Monat in der Schweiz?

Im Durchschnitt rund CHF 10'900 (CURAVIVA, Daten 2024). Davon zahlt die Krankenkasse einen Teil der Pflege. Pension und Betreuung tragen die Bewohnenden, bei Bedarf mit Ergänzungsleistungen.

Was ist günstiger, Pflegeheim oder 24-Stunden-Pflege?

Muss rund um die Uhr jemand anwesend sein, ist das Heim oft günstiger, weil Präsenz zu Hause nicht von der Krankenkasse bezahlt wird. Übernehmen Angehörige einen Teil, kann sich die Pflege zu Hause trotzdem rechnen.

Wird das Haus für das Pflegeheim verkauft?

Nicht automatisch. Wohnt der Ehepartner weiter im Haus, gilt bei den Ergänzungsleistungen ein Freibetrag von CHF 300'000. Wie es bei Alleinstehenden aussieht, hängt von Kanton und Lage ab. Lassen Sie das individuell prüfen, etwa in unserer Pflegeberatung.

Zahlt die Krankenkasse das Pflegeheim?

Nur einen Teil der Pflege, je nach Pflegestufe CHF 9.60 bis 115.20 pro Tag. Pension und Betreuung bezahlt die Krankenkasse nicht.

Quellen

  1. Bundesamt für Statistik: Alters- und Pflegeheime: Kennzahlen 2024. Abgerufen am 25.10.2026.
  2. CURAVIVA / ARTISET: Faktenblatt Pflegefinanzierung in der Schweiz 2025 (Daten SOMED 2024). Abgerufen am 25.10.2026.
  3. Informationsstelle AHV/IV: Merkblatt 5.01: Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, Stand 1. Januar 2025. Abgerufen am 25.10.2026.
  4. Bundeskanzlei, Fedlex: Krankenversicherungsgesetz KVG, Art. 25a
  5. Bundeskanzlei, Fedlex: Krankenpflege-Leistungsverordnung KLV, Art. 7a
  6. Spitäler fmi AG, Sozialberatung: Wissenswertes zum Heimeintritt 2026 (Kanton Bern)
  7. Bundeskanzlei, Fedlex: Schweizerisches Zivilgesetzbuch ZGB, Art. 328 und 329
  8. Büro BASS im Auftrag des Spitex Verbands Schweiz: Grenzen von Spitex aus ökonomischer Perspektive (12. Mai 2011)

Dieser Beitrag gibt den Stand zum genannten Prüfdatum wieder und ersetzt keine individuelle Beratung. Tarife und Restkostenregelungen unterscheiden sich je nach Kanton und Gemeinde.

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Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Das erste Gespräch ist kostenfrei.

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